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Löwenzahn für die Verdauung und als harntreibendes Mittel: Formen, Evidenz und Vorsicht

Löwenzahn für die Verdauung und als harntreibendes Mittel: Formen, Evidenz und Vorsicht

Blatt, Wurzel, Tee oder Extrakt: was die EMA für Löwenzahn anerkennt, was die einzige Humanstudie zur Harnmenge zeigte und welche Gegenanzeigen bei Gallenleiden gelten.

5Quellen
4Geprüfte Aussagen
GesichertDominante Evidenz

DAS WESENTLICHE

Bevor es weitergeht.

Blatt, Wurzel, Tee oder Extrakt: was die EMA für Löwenzahn anerkennt, was die einzige Humanstudie zur Harnmenge zeigte und welche Gegenanzeigen bei Gallenleiden gelten.

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Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist sowohl eine essbare Pflanze als auch eine traditionelle Arzneipflanze. „Verdauung“ und „harntreibende Wirkung“ stehen jedoch nicht für einen einheitlichen Nachweis: Pflanzenteil, Zubereitung und Fragestellung verändern die Antwort.

01

Was die Behörden anerkennen

Für die Wurzel erkennt die EMA eine traditionelle Anwendung zur Linderung leichter Verdauungsbeschwerden (Völlegefühl, Blähungen, träge Verdauung) und bei vorübergehender Appetitlosigkeit an. Außerdem eine traditionelle Anwendung zur Erhöhung der Harnmenge, um die Harnwege bei leichten Beschwerden „durchzuspülen“.

02

Verdauung: plausibel, nicht belegt

Eine 2022 veröffentlichte Übersichtsarbeit zu Magen-Darm-Erkrankungen beschreibt Mechanismen sowie Labor- und Tierversuchsergebnisse für verschiedene Inhaltsstoffe und Zubereitungen. Sie betont, dass klinische Studien zu Wirksamkeit, Aufnahme und Sicherheit weiterhin fehlen.

03

Harntreibende Wirkung: ein sehr begrenztes Signal beim Menschen

Eine 2009 veröffentlichte Pilotstudie testete einen wässrig-alkoholischen Extrakt aus frischen Blättern bei 17 Freiwilligen, dreimal 8 ml an einem Tag. Nach der ersten Einnahme stieg die Häufigkeit des Wasserlassens, nach der zweiten das Verhältnis von Harnmenge zu Trinkmenge. Die dritte Einnahme veränderte die gemessenen Werte nicht.

Eine Zubereitung zur Steigerung der Harnmenge setzt voraus, dass ausreichend getrunken wird, es sei denn, eine Ärztin oder ein Arzt hat eine Trinkmengenbeschränkung verordnet. Mehr Wasserlassen „entgiftet“ den Körper nicht und behandelt keinen Harnwegsinfekt.

04

Um welche Zubereitung geht es?

Die Monografien unterscheiden unter anderem getrocknete Wurzel als Abkochung, Presssaft aus frischer Wurzel, Flüssigextrakte, Tinktur sowie Wurzel mit Kraut als Tee oder feste bzw. flüssige Zubereitung. Arten, Pflanzenteile und Zubereitungen unterscheiden sich: Ein Ergebnis lässt sich nicht automatisch von einer Form auf die andere übertragen.

FormWas sich den Quellen zuordnen lässtEinschränkung
Getrocknete Wurzel als AbkochungTraditionelle Anwendung bei Verdauung, Appetitlosigkeit und zur Harnmengensteigerung laut MonografieKein moderner klinischer Nachweis für jedes Symptom
Blätter, wässrig-alkoholischer ExtraktEin harntreibendes Signal beim Menschen mit einer bestimmten Zubereitung17 Freiwillige, ein Tag, kein allgemeingültiger Tee
Wurzel mit KrautTraditionelle Anwendungen bei Verdauung und Harnwegen laut MonografieNicht austauschbar mit reiner Wurzel
Kapsel, Pulver, HandelsmischungNach Etikett und Zusammensetzung zu beurteilenDie Angabe „Löwenzahn“ garantiert weder Form noch Evidenzniveau
05

Vorsichtsmaßnahmen und wann Sie sich beraten lassen sollten

Mangels ausreichender Daten wird die arzneiliche Anwendung von Löwenzahn in Schwangerschaft und Stillzeit ohne fachlichen Rat nicht empfohlen, ebenso nicht bei Kindern unter 12 Jahren. Eine Allergie gegen Korbblütler, zu denen Löwenzahn gehört, ist möglich.

Lassen Sie sich beraten, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen: Dass eine Monografie keine Wechselwirkungen nennt, schließt Risiken nicht für alle Produkte aus.

Fieber, Schmerzen oder Krämpfe beim Wasserlassen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Blut im Urin erfordern ärztlichen Rat. Halten Verdauungsbeschwerden länger als zwei Wochen an oder verschlimmern sie sich, sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen.

06FAQ

01Wirkt Löwenzahn wirklich harntreibend? Es gibt ein begrenztes Signal beim Menschen mit einem wässrig-alkoholischen Blattextrakt sowie eine von der EMA anerkannte traditionelle Anwendung. Das belegt keine gleiche Wirkung für alle Zubereitungen.
02Verbessert Löwenzahn die Verdauung? Die EMA erkennt eine traditionelle Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden an. Die modernen klinischen Daten reichen nicht aus, um von einer nachgewiesenen Behandlung zu sprechen.
03Welche Form sollte ich wählen? Klären Sie zuerst Pflanzenteil und Zubereitung laut Etikett. Übertragen Sie Ergebnisse eines Extrakts nicht auf Tee oder Kapseln und lassen Sie sich vor einer regelmäßigen Anwendung beraten.
04Darf ich Löwenzahn in der Schwangerschaft oder bei Gallenleiden nehmen? Die arzneiliche Anwendung wird in Schwangerschaft und Stillzeit mangels Daten nicht empfohlen. Gallenleiden gehören zu den Gegenanzeigen der Wurzelzubereitungen: Lassen Sie sich beraten.

Quellen

Peer-reviewte Studien und institutionelle Referenzen für diesen Artikel.

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    LiteraturübersichtBegrenzt
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  4. 4EMA/HMPC· 2009
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  5. 5PubMed· 2009
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