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Kurzer Mittagsschlaf: erholen, ohne die Wachheit zu verlieren

Kurzer Mittagsschlaf: erholen, ohne die Wachheit zu verlieren

Zehn, zwanzig oder dreißig Minuten? Was Studien zur Dauer des Nickerchens zeigen, warum man manchmal benommen aufwacht und wann häufige Müdigkeit ein Warnsignal ist.

7Quellen
6Geprüfte Aussagen
GesichertDominante Evidenz

DAS WESENTLICHE

Bevor es weitergeht.

Zehn, zwanzig oder dreißig Minuten? Was Studien zur Dauer des Nickerchens zeigen, warum man manchmal benommen aufwacht und wann häufige Müdigkeit ein Warnsignal ist.

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Ein kurzer Mittagsschlaf ist keine kleine Nacht. Er ist eine gezielte Pause, die über ein Aufmerksamkeitstief hinweghelfen kann, ohne ein Schlafdefizit auszugleichen. Wie gut er wirkt, hängt von drei Dingen ab: der tatsächlich geschlafenen Zeit, dem Zeitpunkt des Aufwachens und dem, was direkt danach ansteht.

01

Was Studien zeigen

In einer Studie von 2006 schliefen 24 junge Erwachsene nachts etwa fünf Stunden und testeten dann um 15 Uhr Nickerchen mit 5, 10, 20 und 30 Minuten Schlaf. Das 5-Minuten-Nickerchen brachte wenig. Das 10-Minuten-Nickerchen verbesserte sofort Schläfrigkeit, Müdigkeit, Tatkraft und Leistung, mit Effekten bis zu 155 Minuten danach. Die Vorteile des 20-Minuten-Nickerchens zeigten sich erst nach 35 Minuten. Das 30-Minuten-Nickerchen führte zunächst zu verminderter Wachheit, danach zu Verbesserungen.

Eine Übersichtsarbeit von 2006 kommt zu dem Schluss, dass ein Nickerchen unter 30 Minuten bei gesunden Erwachsenen Wachheit und Lernen fördert, während lange und häufige Nickerchen in epidemiologischen Studien mit mehr Gesundheitsproblemen einhergehen, besonders bei älteren Menschen. Dieser Zusammenhang beweist nicht, dass das Nickerchen die Ursache ist: Es kann auch auf schlechten Schlaf oder eine Erkrankung hinweisen.

02

Welche Dauer wählen?

SchlafzeitWahrscheinliche WirkungWorauf achten
5 MinutenGeringer NutzenOft zu kurz zum Einschlafen
10 MinutenSchnell mehr WachheitMit Einschlafzeit 15 bis 20 Minuten einplanen
20 MinutenNutzen setzt etwas später einKurze Übergangszeit einplanen
30 Minuten und mehrMöglicher Nutzen nach einer benommenen PhaseSchweres Aufwachen, Nacht eventuell gestört

Das sind Orientierungswerte, keine Gesetze. Wer stark übermüdet ist, kann auch bei einem kurzen Nickerchen schnell in den Tiefschlaf fallen.

03

Schlafträgheit

Nach dem Aufwachen bleiben Wachheit und Leistung eine Zeit lang vermindert: Das ist die Schlafträgheit. Sie ist stärker, wenn man aus dem Tiefschlaf, nach Schlafmangel oder mitten in der Nacht erwacht. In einer simulierten Nachtschicht mit 31 Erwachsenen verschlechterte ein 30-Minuten-Nickerchen, das um 4 Uhr endete, die Wachheit bis 47 Minuten nach dem Aufwachen, ein 10-Minuten-Nickerchen dagegen nicht. Trotzdem schätzten alle Teilnehmenden ihre Leistung besser ein als vor dem Nickerchen.

04

Der richtige Zeitpunkt

Bei Tagesarbeit ist der frühe Nachmittag meist am praktischsten: Er fällt mit einem natürlichen Wachheitstief zusammen und lässt Zeit bis zum Zubettgehen. Ein zu spätes Nickerchen kann das Einschlafen am Abend verzögern. Bei Nachtarbeit kann ein kurzes Nickerchen den Wachheitsverlust begrenzen, erfordert aber eine echte Aufwachphase vor kritischen Aufgaben.

05

Eine einfache Methode

  1. 01Planen Sie 15 bis 20 Minuten ein, Wecker inklusive, und verzichten Sie auf die Schlummertaste.
  2. 02Wählen Sie einen ruhigen, dunklen Ort und schalten Sie Benachrichtigungen stumm.
  3. 03Stehen Sie nach dem Aufwachen auf, suchen Sie Licht und bewegen Sie sich ein paar Minuten.
  4. 04Beobachten Sie die folgende Nacht. Wird das Einschlafen schwerer, legen Sie das Nickerchen früher oder kürzen es.

Für eine wache Pause statt eines Nickerchens siehe auch NSDR.

06

Wann zum Arzt?

Erwachsene brauchen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Wenn Sie fast täglich ein Nickerchen brauchen, um durchzuhalten, am Steuer oder in Besprechungen einschlafen oder trotz ausreichender Nächte erschöpft aufwachen, sprechen Sie mit einem Arzt. Übermäßige Schläfrigkeit kann auf Schlafmangel, Medikamente oder eine Schlafstörung wie Schlafapnoe hinweisen.

07FAQ

01Bringt ein 10-Minuten-Nickerchen wirklich etwas? Ja, in der Studie von 2006 war es die wirksamste Dauer, mit Effekten bis zu 155 Minuten. Das Ergebnis kann individuell schwanken.
02Besser 20 oder 30 Minuten schlafen? Fangen Sie kurz an. Ab etwa 20 Minuten steigt das Risiko, benommen aufzuwachen.
03Darf ich tagsüber schlafen, wenn ich nachts schlecht schlafe? Ein kurzes Nickerchen am frühen Nachmittag kann entlasten, ein langes oder spätes kann die Abendprobleme verstärken. Wiederholt schlechte Nächte gehören ärztlich abgeklärt.
04Hilft Kaffee direkt vor dem Nickerchen? Dieser Trick wurde in einigen Studien getestet, doch Koffein am Nachmittag kann die Nacht stören. Eine Grundempfehlung ist er nicht.

Quellen

Peer-reviewte Studien und institutionelle Referenzen für diesen Artikel.

  1. 1CDC· 2024
    Offizielle LeitlinieGesichert

    adults 18-60

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  2. 2CDC/NIOSH· 2024
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    workers and adults

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  3. 3Mayo Clinic· 2024
    Offizielle LeitlinieGesichert

    healthy adults

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    Systematische ÜbersichtsarbeitWahrscheinlich

    adults and laboratory studies

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  5. 5Hilditch et al., SLEEP· 2016
    Randomisierte kontrollierte StudieBegrenzt

    31 healthy adults in simulated night shift · 31 Teilnehmende

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  6. 6Milner & Cote, Journal of Sleep Research· 2009
    Systematische ÜbersichtsarbeitBegrenzt

    healthy adults

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  7. 7Brooks & Lack, SLEEP· 2006
    Randomisierte kontrollierte StudieWahrscheinlich

    adults after nocturnal sleep restriction · 24 Teilnehmende

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