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Süßholz: Blutdruck, Verdauung und Wechselwirkungen – welche Vorsicht gilt?

Glycyrrhizin, Blutdruck, Kalium, Verdauung, Dauer, Schwangerschaft, Herz- oder Nierenerkrankung und Wechselwirkungen.

Von Claire Mercier · Nutritionist, MSc10 Min. LesezeitVeröffentlicht am 10.09.2026
Quellen
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Geprüfte Aussagen
6
Dominante Evidenz
Gesichert
Aktualität
10.09.2026
Süßholz: Blutdruck, Verdauung und Wechselwirkungen – welche Vorsicht gilt?
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Kurz zusammengefasst

Süßholz stammt aus den Wurzeln von Glycyrrhiza. Konzentrierte oder regelmäßige Anwendung ist nicht risikofrei. Glycyrrhizin kann das Natrium-Kalium-Gleichgewicht verändern und hohen Blutdruck, Kaliummangel sowie Herz-Kreislauf-Komplikationen begünstigen.

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1. Warum Glycyrrhizin wichtig ist

Glycyrrhizin ist ein Hauptbestandteil vieler Süßholzpräparate. Es kann Natrium und Wasser zurückhalten, Kaliumverlust fördern und den Blutdruck erhöhen. Nicht jedes Produkt mit Lakritzgeschmack führt zur gleichen Exposition. [1][2][3]

Der biologische Mechanismus ist besser belegt als therapeutische Vorteile. Ein plausibler Mechanismus macht einen Extrakt nicht zur Behandlung.

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2. Blutdruck, Kalium und Herz

Wiederholte Exposition kann Bluthochdruck, niedriges Kalium, Ödeme, Muskelschwäche und Rhythmusstörungen begünstigen. Schwere Folgen sind selten, aber möglich. Besondere Vorsicht gilt bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankung, hohem Salzkonsum und kaliumbeeinflussenden Arzneimitteln. [2][3][4]

Süßholz nicht zur Behandlung von Blutdruck- oder Kaliumproblemen verwenden. Starke Schwäche, Herzklopfen, ungewöhnliche Krämpfe, Schwellungen oder Unwohlsein müssen rasch medizinisch abgeklärt werden.

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3. Verdauung: traditionelle Anwendung, begrenzte Evidenz

Süßholzwurzel wird traditionell in manchen Verdauungszubereitungen eingesetzt, etwa bei Brennen oder Dyspepsie. Das belegt nicht, dass jeder Extrakt Reflux, Geschwüre oder Verdauungskrankheiten lindert. Die Evidenz zu nicht-chinesischen Pflanzen bei funktioneller Dyspepsie ist weiterhin unzureichend. [1][5][6]

Anhaltende Schmerzen, wiederholtes Erbrechen, Blut im Stuhl, unerklärter Gewichtsverlust oder Schluckbeschwerden gehören medizinisch abgeklärt, nicht selbst behandelt.

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4. Dauer und Formen

Die Dauer hängt von Zubereitung und Zweck ab. Tee, Wurzel, Tinktur, Trockenextrakt und glycyrrhizinfreies Produkt sind nicht austauschbar. Europäische Monografien beschreiben Zubereitungen und Anwendungsdauer; sie erlauben keine Daueranwendung jedes Produkts. [1]

Eine längere oder wiederholte Anwendung glycyrrhizinhaltigen Süßholzes sollte ohne fachlichen Rat vermieden werden. Natürlich bedeutet nicht monatelang täglich geeignet.

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5. Schwangerschaft, Stillzeit und chronische Erkrankungen

Die Daten reichen nicht aus, um konzentrierte Extrakte in Schwangerschaft oder Stillzeit als sicher einzustufen. Vorsichtshalber fachlichen Rat einholen und nicht selbst behandeln. Besondere Vorsicht gilt auch für Kinder sowie bei Herz-Kreislauf-, Nieren-, Leber- oder Autoimmunerkrankungen. [2][3]

Wer salzarm isst, auffälliges Kalium hat oder mehrere Medikamente einnimmt, sollte medizinisches Süßholz nicht ohne Prüfung hinzufügen.

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6. Wichtige Wechselwirkungen

Besonders relevant sind Arzneimittel, die Kalium oder Blutdruck beeinflussen: manche Diuretika, Blutdruckmittel, Kortikosteroide und Digoxin. Das NCCIH berichtet außerdem über Wechselwirkungen mit Kortikosteroiden; die genaue Liste hängt von Produkt und Dosis ab. [3][4]

Vor regelmäßiger Anwendung Produktname, Form, angegebenen Glycyrrhizingehalt und vollständige Medikamentenliste in der Apotheke oder Arztpraxis prüfen lassen. Medikamente niemals für Süßholz absetzen oder ändern.

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7. Etiketten richtig lesen

  • Art und Pflanzenteil prüfen.
  • Aroma, Wurzel, Tee, Extrakt und glycyrrhizinfreie Produkte unterscheiden.
  • Glycyrrhizingehalt oder einen entsprechenden Hinweis suchen.
  • Menge pro Einnahme und empfohlene Tage prüfen.
  • Versprechen zu Blutdruck, Reflux, Leber, Energie oder Hormonen kritisch sehen.
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Fazit

Süßholz kann in ausgewählten Verdauungszubereitungen traditionell verwendet werden, doch Glycyrrhizin erfordert besondere Vorsicht. Blutdruck, Kalium, Herz, Nieren, Schwangerschaft, Stillzeit, Dauer und Wechselwirkungen müssen gemeinsam betrachtet werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder regelmäßigen Medikamenten kommt fachliche Abklärung vor Selbstmedikation.

10FAQ

01Kann Süßholz den Blutdruck erhöhen? Glycyrrhizin kann bei manchen Menschen Natrium zurückhalten, Kaliumverlust fördern und den Blutdruck erhöhen. Produkte und Mengen unterscheiden sich; Süßholz nicht zur Blutdruckänderung einsetzen.
02Kann man es für die Verdauung nehmen? Süßholzwurzel hat traditionelle Anwendungen für die Verdauung, doch die klinische Evidenz ist begrenzt. Anhaltende Schmerzen müssen abgeklärt werden.
03Wie lange darf man es anwenden? Das hängt von der Zubereitung ab. Eine länger dauernde oder wiederholte Anwendung glycyrrhizinhaltigen Süßholzes sollte nicht verharmlost werden; Etikett beachten und Rat einholen.
04Wer sollte es meiden? Insbesondere Schwangere und Stillende sowie Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankung, auffälligem Kalium oder relevanten Medikamenten.
05Welche Wechselwirkungen sind wichtig? Diuretika, manche Blutdruckmittel, Kortikosteroide, Digoxin und kaliumbeeinflussende Arzneimittel können problematisch sein. Produkt und Medikamentenliste fachlich prüfen lassen.
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Sources

  1. 01EMA/HMPC, 2013 — https://ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-glycyrrhiza-glabra-l-andor-glycyrrhiza-inflata-bat-andor-glycyrrhiza-uralensis-fisch-radix-first-version_en.pdf
  2. 02EFSA, 2012 — https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/2668
  3. 03NCCIH, 2025 — https://www.nccih.nih.gov/health/licorice-root
  4. 04NIH Office of Dietary Supplements, 2025 — https://ods.od.nih.gov/factsheets/Potassium-HealthProfessional
  5. 05WHO, 1999 — https://www.who.int/publications/i/item/9241545178
  6. 06Cochrane, 2023 — https://cochrane.org/th/evidence/CD013323_what-are-effects-non-chinese-herbal-medicines-people-functional-dyspepsia

Quellen

Peer-reviewte Studien und institutionelle Referenzen für diesen Artikel.

  1. 1NCCIH· 2025
    Offizielle LeitlinieGesichert

    adultes; produits alimentaires et compléments

    Quelle ansehen
  2. 2NIH Office of Dietary Supplements· 2025
    Offizielle LeitlinieGesichert

    adultes et personnes présentant des facteurs de risque

    Quelle ansehen
  3. 3Cochrane· 2023
    Systematische ÜbersichtsarbeitUnzureichend

    adultes avec dyspepsie fonctionnelle; plantes non chinoises

    Quelle ansehen
  4. 4EMA/HMPC· 2013
    Offizielle LeitlinieGesichert

    adultes et personnes âgées selon la préparation

    Quelle ansehen
  5. 5EFSA· 2012
    Offizielle LeitlinieGesichert

    population générale; évaluation de l'exposition à la glycyrrhizine

    Quelle ansehen
  6. 6OMS· 1999
    Offizielle LeitlinieBegrenzt

    usage médicinal traditionnel; monographies de plantes

    Quelle ansehen

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Claire Mercier

Registered nutritionist focused on whole-food diets and metabolic health.

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